Wann Standard-GIS-Werkzeuge nicht mehr ausreichen
Die meisten Organisationen beginnen ähnlich: Geodaten werden in Shapefiles, Excel-Tabellen und verschiedenen Ordnern gespeichert. Diese Arbeitsweise kann jahrelang gut funktionieren – bis die Aufgaben komplexer werden.
Dann treten Probleme auf: Niemand weiß genau, welche Layerversion die aktuellste ist, Änderungen werden überschrieben, Unterlagen sind schwer zu finden und regelmäßig benötigte Berichte werden tagelang manuell zusammengestellt.
Vor der Anschaffung eines neuen Werkzeugs lohnt sich deshalb die Frage: Was funktioniert an unserer bisherigen Arbeitsweise nicht mehr? Manchmal reicht es, Daten zu strukturieren oder Mitarbeitende zu schulen. In anderen Fällen ist eine maßgeschneiderte Anwendung der nächste sinnvolle Schritt.
Die folgenden fünf Situationen helfen Ihnen einzuschätzen, wo Ihre bisherige Arbeitsweise an ihre Grenzen stößt.
QGIS und ArcGIS decken viele alltägliche GIS-Aufgaben ab. Wenn jedoch die Zahl der Nutzer, die Datenmengen und die Anforderungen an die Arbeitsabläufe wachsen, kann eine maßgeschneiderte GIS-Lösung sinnvoll werden.
1. Mehrere Personen bearbeiten dieselben Daten
Wenn ein Team Kopien derselben Layer und Tabellen austauscht, können Änderungen leicht verloren gehen. Eine zentrale Datenbank, klar definierte Zugriffsrechte und eine Änderungshistorie sorgen dafür, dass alle mit aktuellen Daten arbeiten.
2. GIS-Objekte müssen mit der Dokumentation verknüpft sein
Zu einer Leitung, einem Flurstück oder einem Anschluss gehören häufig Planungsunterlagen, Genehmigungen, Fotos und Erfassungsprotokolle aus dem Außendienst. Liegt die Dokumentation in separaten Ordnern, hängt die Zuordnung zum Objekt vom Dateinamen oder vom Gedächtnis einzelner Mitarbeitender ab. Eine maßgeschneiderte Lösung kann jedes Objekt auf der Karte direkt mit den zugehörigen Unterlagen verknüpfen.
3. Dieselben Berichte werden immer wieder manuell erstellt
Wenn Mitarbeitende jeden Monat Daten exportieren, Tabellen zusammenführen und dieselben Berichte manuell erstellen, lässt sich dieser Prozess automatisieren. Das System kann Berichte nach festgelegten Regeln direkt aus aktuellen Daten erzeugen.
4. Außendienstteams benötigen Zugriff auf die Daten
Wenn Informationen aus dem Außendienst zunächst auf Papier oder in einer Nachricht festgehalten und erst später ins GIS übertragen werden, entstehen Verzögerungen und Fehler. Eine Web- oder mobile GIS-Anwendung ermöglicht es dem Team, vor Ort ein Objekt zu finden, Daten zu prüfen, Änderungen zu erfassen und direkt ein Foto oder Dokument hinzuzufügen.
5. Das GIS muss mit anderen Systemen verbunden werden
Wird dasselbe Objekt im GIS, in der Unternehmenssoftware und in weiteren Verzeichnissen separat gepflegt, weichen die Daten mit der Zeit voneinander ab. Eine Integration reduziert doppelte Arbeit und schafft Klarheit darüber, welches System als maßgebliche Datenquelle dient.
Was kann eine maßgeschneiderte Lösung nicht leisten?
Eine neue Anwendung korrigiert fehlerhafte oder unstrukturierte Daten nicht von selbst. Sie kann auch nicht festlegen, wer für deren Aktualisierung und Qualitätskontrolle verantwortlich ist. Diese Zuständigkeiten müssen vor der Entwicklung oder während der Systemvorbereitung geklärt werden.
Was sollten Sie vor Entwicklungsbeginn vorbereiten?
Für eine fundierte erste Einschätzung sollten Sie vier Fragen beantworten:
- Welche Daten liegen vor und in welchen Formaten?
- Wer wird das System nutzen und mit welchen Zugriffsrechten?
- Welche Ergebnisse und Berichte soll das System liefern?
- Mit welchen bestehenden Systemen soll es verbunden werden?
Wenn Ihnen eines der genannten Probleme bekannt vorkommt, kontaktieren Sie uns über das Kontaktformular oder per office@geodigit.rs.
Beschreiben Sie kurz, welche Daten Sie haben, wer damit arbeitet und was Sie verbessern möchten – gemeinsam prüfen wir, welche GIS-Lösung zu Ihren Anforderungen passt.